Walter Schmid wollte das Andenken an seine geliebte Frau Peggy bewahren – nicht nur in seinem Herzen, sondern für die Nachwelt. Nach ihrem Tod suchte er nach einer Möglichkeit, die Erinnerung an seine Frau lebendig zu halten. Aus der Idee, eine Straße nach ihr zu benennen, wurde schließlich eine Stiftung, die jungen Menschen Bildungschancen eröffnet. Ein bewegender Einblick in die Geschichte eines Mannes, der mit Vertrauen und Weitsicht ein bleibendes Zeichen setzt.
Das erste, was mir Walter Schmid bei unserer Begegnung zeigt, ist ein handschriftlicher Lebenslauf, den seine Frau Peggy in frühen Jahren selbst verfasst hat. Der Text, der auf einfachem Schreibpapier verfasst ist, zeigt ein gleichmäßiges Schriftbild mit großen, fast künstlerisch anmutenden Buchstaben, die mit kleinen Häkchen verbunden sind. „Das sind Zähigkeitshäkchen. Das schließt auf einen starken Charakter“, erklärt mir Walter Schmid. Diese Zähigkeit und Entschlossenheit war dann auch der Grund, warum Magarete Tosch, wie sie mit bürgerlichem Namen hieß, zu ihrem Kosenamen „Peggy“ kam. „Peggy, der US-amerikanische Kosename für Margarete, passt im Klang viel besser zu ihrem dynamischen Naturell“, so der 88-Jährige. So dynamisch wie seine Frau war auch das Leben der beiden - mit gemeinsamen Aktivitäten und vielen Reisen. Oft waren sie in den USA, wo sie gern gesehene Gäste in den Casinos von Las Vegas waren. In der Stadt im Bundesstaat Nevada gefiel es ihnen so gut, dass sie im Jahr 1995 dort kurzerhand heirateten. „35 Dollar war der Special-Price für die Trauung. So ein Angebot konnten wir uns doch nicht entgehen lassen“, erinnert sich Walter Schmid mit einem Lächeln zurück.
Als seine Frau vor fünf Jahren verstarb, war dies ein harter Einschnitt. Schnell war ihm klar: Ihr Name und ihr Leben sollten für viele in Erinnerung bleiben. Er wollte das Leben dieser starken Frau ehren. Einen Weg in der neuen Gartenstadt Süd in Köln nach ihr zu benennen, war eine erste Idee. Gerne wäre er hier regelmäßig entlanggeschlendert. Denn noch heute läuft Walter Schmid eher durch die Stadt, als Bus oder Bahn zu nehmen. Und wenn er mal mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, ist es ihm unangenehm, wenn ihm jemand einen Sitzplatz anbietet. Auch heute ist er anderthalb Stunden zu unserem Termin gelaufen. Die vielen Kirchen auf der Strecke nutzt er immer für eine kurze Rast. Doch aus der Idee einer „Peggy-Lane“ wurde leider nichts. „Der Sachbearbeiter sagte mir aber, dass dies nur für berühmte Leute möglich sei. Ich könnte ja eine Parkbank mit ihrem Namen beschriften. Das kam für mich nicht in Frage“, erklärt Walter Schmid.
Walter Schmid, Gründer der Peggy-Tosch-Stiftung
Die Idee, eine Stiftung für die Ewigkeit nach seiner Frau zu benennen, und nebenbei auch noch für die Gesellschaft etwas Gutes zu tun, kam dann in einem Gespräch mit seinem Private-Banking-Berater von der Sparkasse KölnBonn. Denn da das Paar keine Kinder hatte, stellte sich die Frage: Was geschieht mit dem Vermögen? Der Zweck, den die Stiftung haben sollte, war schnell gefunden. Denn das Thema Bildung lag beiden immer sehr am Herzen. So steht auch ein Zitat aus Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ als Leitspruch auf der Stiftungsurkunde der „Peggy-Tosch-Stiftung“: „Was uns das Leben verspricht, das wollen wir – dem Leben halten!“. Es steht für eine positive, engagierte Haltung zum Leben und das Streben nach eigener Weiterentwicklung. Genau das ist das Ziel der Peggy-Tosh-Stiftung: jungen Menschen einen Impuls für zur eigenen Weiterentwicklung geben. „Das kann ein Stipendium oder auch ein Musikinstrument sein, das wir mit unserer Stiftung ermöglichen. Wenn die Geförderten dann später auf eine große Karriere zurückblicken, würde ich mich freuen, wenn sie sich daran erinnern, dass die Peggy-Tosch-Stiftung hierfür den Grundstein gelegt hat“, so Walter Schmid.
Bei der Auswahl der Bildungseinrichtungen, die die Stiftung fördert, wurde der persönliche Lebens- und Bildungsweg von Margarete „Peggy“ Tosch nachgezeichnet. So wird unter anderem der Förderverein der Königin-Luise-Schule in Köln unterstützt, der inzwischen einen eigenen Peggy-Tosch-Preis ins Leben gerufen hat. Aber auch ihre Grundschule in Burgbernheim in Mittelfranken, an der die junge Margarete eine kurze Zeit verbrachte, ist Empfängerin von Fördergeldern. Die Nachricht über die Förderung führte bei der Schule anfänglich allerdings zu Irritationen, erinnert sich Susanne Frings, Stiftungsmanagerin bei der Sparkasse KölnBonn. „Die Schule hielt dies zunächst für ein unseriöses Angebot. Sie konnten nicht glauben, dass sie eine Förderung bekommen. Selbst als der Leiter unseres Stiftungsmanagements anrief, wurde unvermittelt aufgelegt. Es hat ein bisschen gedauert, bis wir uns durchsetzen konnten“, sagt Susanne Frings lächelnd. Inzwischen ist der Förderverein der kleinen Grundschule im Mittelfranken dankbar, dass sie künftig regelmäßige Zuwendungen erhält, mit denen Klassenfahrten und mehr ermöglicht werden können.
Walter Schmid freut sich, dass mit seiner Peggy-Tosch-Stiftung nun viele Projekte an den Schulen leichter realisiert werden können. Und er ist froh, dass er die Stiftungsexpertinnen und -experten der Stiftungsgemeinschaft „Gemeinschaft stiften“ an seiner Seite hat. Sie kümmern sich um die gesamte Verwaltung und halten den Kontakt zu den Schulen – und das auf Ewigkeit. Denn so ist die Stiftung angelegt. „Ich habe anfänglich gedacht, ich muss die Stiftung selbst verwalten. Das wäre sehr aufwändig und auch teuer gewesen. Und was wäre geworden, wenn ich mich irgendwann nicht mehr hätte darum kümmern können? Künftig erhalte ich regelmäßig Informationen über die Arbeit meiner Stiftung. Ansonsten habe ich mit all dem nichts mehr zu tun. Für mich ist das sehr beruhigend“, betont Walter Schmid.
Viele potenzielle Stifterinnen und Stifter machen sich diese Gedanken, weiß Susanne Frings. „Das ist immer wieder ein Thema in unseren Beratungsgesprächen. Viele möchten eine Stiftung gründen, wollen aber nicht unbedingt zu Lebzeiten schon damit beginnen. An dem hohen Verwaltungsaufwand, der beispielsweise mit einer Treuhandstiftung verbunden ist, scheitert der Stiftungsgedanke meistens“, sagt Susanne Frings. Auch die Frage, wer sich nach dem eigenen Ableben um die Weiterführung der Stiftung kümmert, sei oftmals ein Punkt. Hier genau setzt die Idee der Stiftungsgemeinschaft der Sparkasse KölnBonn an. Mit ihr wird nicht nur die Gründung einer Stiftung viel einfacher. Sie sorgt auch dafür, dass die Idee der Stiftung auf Dauer im Sinne der Stiftenden weiterverfolgt wird. Denn die Institution Sparkasse als Initiatorin von „Gemeinschaft stiften“ ist ebenso wie jede Stiftung auf Ewigkeit angelegt. „Als öffentlich-rechtliches Institut sind wir – anders als andere Banken – selbst dem Gemeinwohl verpflichtet. Und dass nun auch unsere Kundinnen und Kunden mit unter dem Dach von 'Gemeinschaft stiften' helfen, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, ist toll. Und für uns auch ein großer Vertrauensbeweis“, freut sich Susanne Frings.
Auch Walter Schmid hat dieses Vertrauen. „Ich habe einen ganz alten Schulfreund, der Notar war. Ihm erzählte ich von meiner Idee einer Stiftung. „Du legst alles in die Hand einer Institution – deine Stiftung, dein Vermögen, dein Testament?“ fragte er mich. Und ich sagte: „Ja, ich habe das Vertrauen“. Und hätte auch ihre Frau gesagt, dass es sich gelohnt hat, dieses Vertrauen zu haben, will ich abschließend wissen. „Ja, absolut. Die Idee einer eigenen Stiftung wäre das Beste für sie gewesen. Und stellen Sie sich mal vor, irgendwann ist jemand dabei, der es mit der Unterstützung der Peggy-Tosch-Stiftung zu etwas bringt. Dass wir im Laufe der Jahrhunderte ein paar jungen Menschen helfen können, aus ihrem Leben etwas zu machen – das ist meine Hoffnung“, sagt Walter Schmid. Getreu dem Leitsatz des Philosophen Zarathustra aus Nietzsches Werk: „Was uns das Leben verspricht, das wollen wir – dem Leben halten!“
Sie wollen Gutes bewirken – für Köln, Bonn und über die Grenzen unserer Städte hinaus? Dann machen Sie mit bei der Stiftungsgemeinschaft der Sparkasse KölnBonn. Mit GEMEINSCHAFT STIFTEN können Sie schnell und ganz unkompliziert zur Stifterin oder zum Stifter werden. Wir freuen uns auf jeden engagierten Stiftungsinteressierten und alle, die unsere Idee unterstützen. Fragen Sie uns zu den Möglichkeiten.
Cathrin Dauven
Vorstandsvorsitzende von GEMEINSCHAFT STIFTEN Stiftungsgemeinschaft der Sparkasse KölnBonn
Nicole Döring
Geschäftsführerin von GEMEINSCHAFT STIFTEN Stiftungsgemeinschaft der Sparkasse KölnBonn